Ingenieurbüro Carsten Burkhardt | Neumarkt i.d.OPf. | Bayern - Aufzugsschachtentlüftung

Aufzugsschachtentlüftung

Das Deutsche Institut für Bautechnik DIBt nahm letztmals in seiner Ausgabe 9 der Reihe "Auslegungsfragen zur Energieeinsparverordnung (EnEV)" am 26.05.2008 zu der Frage Stellung, ob die Anforderung der EnEV an die wärmeübertragenden Umfassungsfläche einschließlich der Fugen zur dauerhaft luftundurchlässigen Ausführung entsprechend dem Stand der Technik auch für Öffnungen gelten, die aufgrund anderer Rechtsbereiche (Sicherheit, Brandschutz) notwendig sind (z. B. Rauchabzugsöffnung bei Aufzugsschächten).

Klarstellung des DIBt sinngemäß

  • Die Anforderungen nach § 6 Absatz 1 EnEV sollen sicherstellen, dass nach Fertigstellung des Gebäudes unnötiger Wärmeverlust durch Ex- und Infiltration über Gebäude- und Montagefugen oder sonstige Leckagen in der wärmeübertragenden Umfassungsfläche vermieden werden. Geplante Undichtigkeiten, die aufgrund anderer ordnungsrechtlicher Anforderungen für den bestimmungsgemäßen Betrieb des Gebäudes eingebaut werden müssen und der dort vorgesehenen Größe entsprechen, werden von dieser Dichtheitsanforderung nicht erfasst.
  • Unbeschadet davon gibt es sinnvolle technische Möglichkeiten, derartige Öffnungen/Einrichtungen verschließbar auszuführen. Auch Rauchabzugsöffnungen sind in der Regel geschlossen und können durch zweckdienliche Detektion oder manuell gesteuert geöffnet werden.
    Damit kann die Dichtheit der wärmetauschenden Umfassungsfläche hinreichend sichergestellt werden, obgleich die EnEV dies gesetzlich nicht fordert.
    Wie die praktische Ausführung dieser Aussage des DIBt aussehen kann, zeigt zum Beispiel ein Artikel aus der Zeitschrift IKZ-Fachplaner vom Mai 2007 -  (300 kB).
  • Bei der Nutzung des Prüfverfahrens nach der DIN EN 13829 (Anlage 4 EnEV) dürfen nichtverschließbare Öffnungen abgedichtet werden. Verschließbare Öffnungen sind zu schließen.

Unsere Interpretation der Klarstellung des DIBt für die Praxis

Wenn Aufzugsschachtentlüftungen luftdicht verschließbar gestaltet sind, verschließen wir diese zur Luftdichtheitsprüfung.

Meist sind jedoch bis heute die meisten Aufzugsschachtentlüftungen nicht verschließbar ausgeführt. Zudem sind die Öffnungen leider zum Zeitpunkt der Luftdichtheitsprüfung meist nicht mehr zugänglich. Anstatt der Abdichtung der offenen Aufzugsschachtentlüftung bleibt uns deshalb in der Praxis keine andere Möglichkeit, als mindestens alle Aufzugstüren zu schließen, bei Bedarf als Ersatz für die Abdichtung der Aufzugsschachtentlüftung alle Aufzugstüren abzudichten und den Aufzugsschacht aus dem zu prüfenden Gebäudevolumen herauszurechnen - je nach Größe des Gebäudes sowie der Ausführung der Aufzugsschachtentlüftung und der Aufzugstüren. Die Erfahrung zeigt, dass manche Aufzüge mit permanent offener Aufzugsschachtentlüftung wenig Auswirkung auf das Gesamtergebnis der Luftdichtheitsprüfung haben, insbesondere zum Beispiel bei großen Gebäuden mit günstigem A/V-Verhältnis (Sporthallen usw.), andere bewirken eine drastische Erhöhung des Leckageluftstroms, wie zum Beispiel bei Mehrfamilienhäusern mit kleiner Grundfläche.