Ein zunehmend bedeutendes weiteres Einsatzgebiet der Blower-Door Messung ist der Brandschutz.

Gebäudebereiche, die mit einer Gaslöschanlage vor einer Feuerausbreitung geschützt werden, benötigen einen möglichst luftdichten Abschluss gegen die Umgebung und angrenzende Gebäudebereiche, um schnell und wirksam zu funktionieren und gleichzeitig im Gebäude anwesende Personen nicht in Lebensgefahr zu bringen.

 

Funktion und Anwendung von Gaslöschanlagen

Aufgrund der von ihnen ausgehenden möglichen Lebensgefahr werden Gaslöschanlagen nur bei Brandrisiken eingesetzt, die von anderen Feuerlöschanlagen nicht beherrscht werden können oder bei denen andere Feuerlöschanlagen unverhältnismäßig hohe Löschfolgeschäden verursachen würden. Der Einsatz von Löschwasser oder -schaum kann z. B. in Archiven, Bibliotheken, Schalträumen, Technikräumen, Serverräumen, IT- oder Rechenzentren große bzw. irreparable Schäden verursachen.

Gemäß den technischen Regeln für Arbeitsstätten ASR A2.2 sind sogenannte ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen, zu denen Gaslöschanlagen und weitere zählen, als zusätzliche, über die Grundausstattung hinaus gehende Maßnahmen des Brandschutzes dann erforderlich, wenn:

  • eine Brandbekämpfung mit Feuerlöscheinrichtungen wegen der Eigengefährdung nicht möglich ist oder
  • die Bereiche nicht zugänglich sind.

Sie löschen Brände, indem sie im Wesentlichen den Luftsauerstoff von der Brandstelle verdrängen durch die Flutung des Raums mit Kohlendioxid (CO2), einem Inertgas wie IG-100 oder IG-01 oder Gemischen daraus (z. B. IG-55, oder IG-541). Ebenfalls finden halogenierte Kohlenwasserstoffe (z. B. HFC-227ea und FK-5-1-12) als Löschgas Anwendung in ortsfesten Feuerlöschanlagen. Ihre Löschwirkung beruht auf einem chemisch-physikalischen Prinzip.

Die für eine ausreichende Löschwirkung erforderliche aufgebaute Löschgaskonzentration bzw. abgesenkte Sauerstoffkonzentration lässt einen dauernden Aufenthalt von Personen in dieser Atmosphäre nicht zu. Bei Kohlendioxid ist zum Beispiel ab einer Konzentration von 5 Vol.-% CO2 mit Gesundheitsschäden zu rechnen und ab einer Konzentration von mehr als 8 Vol.-% CO2 besteht Lebensgefahr.

 

DGUV fordert die Prüfung der Luftdichtheit geschützter Bereiche

Gemäß DGUV Information 205-026 "Sicherheit und Gesundheitsschutz beim Einsatz von Feuerlöschanlagen mit Löschgasen" sind beim Einsatz von Löschgasen oder Gasgemischen in ortsfesten Feuerlöschanlagen die zu erwartenden Konzentrationen nach der Flutung durch die errichtende Person rechnerisch bzw. durch Probeflutung zu ermitteln, festzulegen und zu dokumentieren. Für die rechnerische Ermittlung der zu erwartenden Löschgaskonzentration ist es natürlich erforderlich, die Luftdichtheit bzw. Luftdurchlässigkeit des geschützten Raumes zu kennen.

Ebenso wichtig ist die Kenntnis der Höhe der vorhandenen Luftleckagen eines Raumes für eine Probeflutung mit Löschgas, wenn diese auf Anhieb erfolgreich verlaufen soll. Einem Merkblatt zur "Raumdichtigkeitsprüfung bei Gas-Löschanlagen" der VdS zu Folge, sind solche Probeflutungen von Räumen mit Löschgas zeit- und kostenintensiv!

Die DGUV Information 205-026 weist weiter in Kapitel 5.8 darauf hin, dass Umfassungsbauteile möglichst luftdicht ausgeführt werden müssen:
"Räume oder Bereiche, die durch Löschanlagen geschützt werden sollen, müssen so beschaffen sein, dass Löschgase nicht unbeabsichtigt in solchen Mengen entweichen können, dass dadurch Personen in angrenzenden Räumen oder Bereichen gefährdet werden."

Zusätzlich fordert die DGUV in der Information 205-026 explizit die Luftdichtheitsprüfung der durch Gaslöschanlagen geschützten Bereiche:
"Grundsätzlich sollte die Dichtigkeit derartiger Räume oder Bereiche geprüft werden. Das gilt insbesondere dann, wenn durch Umbau, Neuinstallationen oder Änderung der Installation veränderte Gegebenheiten entstehen."

 

Verfahren zur Bestimmung der Löschgashaltezeit

Um die Luftdichtheit eines mit einer Gaslöschanlage geschützten Raumes zu ermitteln, führen wir für den betreffenden Gebäudebereich eine Leckageortung bei 50 Pa sowie eine Luftdichtheitsprüfung nach DIN EN 13829 (Blower-Door-Test) durch.

Aus den gewonnenen Messdaten für die Luftdurchlässigkeit der Umfassungsbauteile und den für den Brandschutz zusätzlich relevanten Daten, wie z.B. der Raumhöhe und der Art des verwendeten Löschgases, wird die Haltezeit des Löschgases im Brandfall rechnerisch bestimmt, also wie lange eine gewünschte Konzentration des eingesetzten Löschgases bei den vorhandenen Luftleckagen des Raumes aufrecht gehalten werden kann.

Als Qualitätsnachweis der Ermittlung der Löschgashaltezeit führen wir zusätzlich einen sogenannten "Field Check" mit einer speziellen Messblende und zugehöriger Auswertungssoftware durch. Aufgrund dieses zusätzlichen "Field Checks" wird die Ermittlung der Löschgashaltezeit eines Raumes auch als "Door-Fan-Test" bezeichnet.

Der Door-Fan-Test eignet sich bestens für die Prüfung von Räumen mit Raumschutzanlagen. Bei Objektschutzanlagen kann der Door-Fan-Test dagegen keine verwendbaren Ergebnisse liefern.

 

Normen und Richtlinien für die Bestimmung der Löschgashaltezeit von Räumen

Die normativen Grundlagen für die Bestimmung der Löschgashaltezeit von Räumen sind:

  • DIN EN 15004-1:2008 und
  • Richtlinien VdS 2093 / VdS 2380 / VdS 2381.

 

Ihre Anfrage zur Bestimmung der Löschgashaltezeit eines Raumes oder mehreren Räumen

Wir erstellen für jedes Bauvorhaben gerne ein detailliertes Angebot für die Bestimmung der Löschgashaltezeit eines Raumes oder mehreren Räumen.

Bitte senden Sie uns Ihre Anfrage per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mit den folgenden Angaben:

  • Werkplan des betreffenden Raumes bzw. der Räume (Grundrisse und Schnitte) im pdf-Format,
  • Bauort, falls nicht auf dem Werkplan vermerkt
  • Postanschrift des Bauherrn bzw. unseres Auftraggebers, falls nicht mit Ihren Kontaktdaten identisch und nicht auf dem Werkplan vermerkt,
  • Angaben zum vorgesehenen Löschgas,
  • voraussichtlicher Ausführungszeitpunkt.

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage und senden Ihnen baldmöglichst per E-Mail ein kostenloses und unverbindliches Angebot im pdf-Format.

 


 

Räume mit Sauerstoff-Reduzierungsanlagen

Eine weitere technische Möglichkeit zur Brandvermeidung, die immer häufiger in der Informationstechnologie (IT- und Serverräumen), Lagern (z. B. Kleinladungsträger-, Gefahrstoff- und Tiefkühllager) sowie Archiven und Museen zum Einsatz kommt, ist die Sauerstoff-Reduzierungsanlage. Hier wird - ähnlich wie bei Gaslöschanlagen, jedoch dauerhaft - der Sauerstoffgehalt der Raumluft durch Einleiten von aus der Umgebung gewonnenem Stickstoff so weit abgesenkt, dass im geschützten Raum kein Feuer entstehen kann bzw. sich ein Brand nicht ausbreiten kann.

Auch solche Räume sind für einen funktionierenden Brandschutz auf eine hohe Luftdichtheit angewiesen - je weniger Luftleckagen die Umfassungsbauteile des Raumes aufweisen, desto weniger muss die Sauerstoff-Reduzierungssanlage leisten, desto geringer ist die Belastung der Anlage und desto geringer sind entsprechend auch die Betriebskosten. Auch ist gemäß DGUV Information 205-006 "Arbeiten in sauerstoffreduzierter Atmosphäre" die Ausbreitung der sauerstoffreduzierten Atmosphäre in andere, nicht dafür vorgesehene Bereiche (z. B. durch Maueröffnungen, Leitungsdurchführungen, Bodenabläufe, undichte Türen, Transportbänder usw.) zu verhindern.

Auch an durch Sauerstoff-Reduktionsanlagen geschützten Räumen führen wir gerne Luftdichtheitsprüfungen / Blower-Door-Tests mit intensiver Leckageortung durch und unterstützen Sie dadurch, den einwandfreien Betrieb Ihres Raumes und Ihrer Anlage zu gewährleisten.

 

Ihre Anfrage zur Luftdichtheitsprüfung eines Raumes oder mehreren Räumen mit Sauerstoff-Reduktion

Bitte senden Sie uns Ihre Anfrage per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! mit den oben für Räume mit Gaslöschanlagen genannten Angaben - natürlich bis auf die Angabe des vorgesehenen Löschgases. 

Wir freuen uns auf Ihre Anfrage und senden Ihnen baldmöglichst per E-Mail ein kostenloses und unverbindliches Angebot im pdf-Format.